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02. Februar 2022

Zeremonie zur Verlegung von vier „Stolpersteinen“

In einer bewegenden Zeremonie vor der Synagoge Genuas, in der der Rabbi an die Deportation und Ermordung von über 200 jüdischen Mitbürgern Genuas erinnerte, wurden vier Stolpersteine zum Gedenken an die Familie des Küsters Polacco eingeweiht. An der Feier nahmen neben vielen Bürgern Genuas auch der Bürgermeister der Stadt Genua Marco Bucci, die Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland Ingrid Jung sowie Vertreter der Deutschen Schule Genua teil. Die Deutsche Schule Genua wurde unter anderem zu der Feier eingeladen, weil Schüler in der letzten Projektwoche vor der Pandemie ein Projekt zur Erinnerungskultur durchführten, bei dem auch die vier bislang bestehenden Stolpersteine Genuas aufgesucht und deren Geschichte untersucht wurden.

Wenige Informationen zur Familie Polacco:

Der Küster Bino Polacco befand sich am 2. November 1943 mit seiner Familie, den Kindern Roberto und Carlo, in der Synagoge in Via Bertora, wo er unter Androhung der Ermordung seiner Kinder von SS-Soldaten dazu gezwungen wurde, für den Folgetag eine Versammlung der jüdischen Gemeinde einzuberufen - ein Vorwand um alle Mitglieder zu verhaften. 

Es heißt, eine Frau im gegenüberliegenden Haus habe noch versucht, durch Gesten die Bürger vom Betreten der Synagoge abzuhalten. Wer jedoch am 3. November nicht zur Versammlung erschien, wurde anhand der Liste in der Stadt aufgespürt. 

Bei dieser Aktion wurde auch der Rabbi Reuven Riccardo Pacifici verhaftet. Von den 261 nach Mauthausen, Bergen-Belsen und Ausschwitz deportierten Mitgliedern der jüdischen Gemeinde sollen nur 13 überlebt haben.  

Die Familie Polacco kam in Auschwitz zu Tode.