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04. November 2021

Klasse 11 in Fivizzano

In Fivizzano in der Toskana fand 1944 eines der grausamsten Massaker an Zivilisten durch den Nazifaschismus in Italien statt. Auf Vermittlung von Frau Dr. Engelbergs hatten wir, die Klasse 11 der deutschen Schule Genua, die Gelegenheit, an diesem Memorial Day teilzunehmen. Nachdem Bundespräsident Steinmeier und der Präsident der Republik Italien Mattarella 2019 gemeinsam Fivizzano besucht hatten und dabei den Besuch von Schulklassen ankündigten, waren wir die erste Klasse, die seinem Aufruf gefolgt ist.

Dieser Besuch war die Fortsetzung eines bereits vor Jahren an unserer Schule begonnenen Projekts zum Thema Erinnerung. Nach Projektwochen, der Analyse des Schularchivs und dem Gespräch mit Zeitzeugen organisierten der Schulleiter Herr Müller und unser Italienisch- und Philosophielehrer Professor Martignone die Fahrt nach Fivizzano.

Diese Reise weckte in uns viele Emotionen: Trauer um die Opfer des Massakers und ein Gefühl der Verantwortung, aber auch Freude über den ersten Ausflug nach zwei Jahren, beim Mittagessen und bei den Spaziergängen. Aber es war keine sorglose und oberflächliche Freude. Es war eine Offenheit, die notwendig war, um solch heiklen Themen mit Ernsthaftigkeit und Klarheit zu begegnen. Um zu verhindern, dass sich solche Ungeheuerlichkeiten wiederholen, brauchen wir Erinnerung, aber auch Hoffnung und Optimismus. Wir werden uns immer an diese Reise, die Gedenkstätte und die Worte der Präsidenten Steinmeier und Mattarella erinnern, und wir werden der Stadtverwaltung von Fivizzano, den Künstlern und insbesondere Roberto Oligeri, der uns aufgenommen hat, obwohl seine Familie bei dem Massaker ums Leben kam, immer dankbar sein.

Luca Gerlinger